Der 34. Museumstag stand unter dem Motto:
"Museen, unser Gedächtnis"
Der Verein Freundeskreis Museum und Bibliothek Dermbach organisierte eine kleine Ausstellung im Vortragsraum des Museums und Zeitzeugen berichteten vom Kriegsende und dem schweren Neuanfang.
In der Ausstellung waren sehr viele Bücher über Krieg, Flucht und regionalgeschichtliche Literatur aus Schlesien, West- und Ostpreußen, dem Sudetenland und Pommern sowie Informationsmaterial über die Nachkriegszeit anzuschauen.
Betroffene sprachen chronologisch, wie die Flucht aus den verschiedenen Gebieten verlief. Es begann Rosemarie Scheel, die als Kind die Flucht aus Torún (Thorn) an der Weichsel über Dresden, Zwiesel, Ruhla und Gera bis nach Gehaus erlebte. Mit rund 20 Familien waren sie dann im Schloss untergekommen.
Der Vater von Frau Reum führte Tagebuch. Was er erlebte, als die Familie Niederschlesien verlassen musste, las sie vor.
Schüler der Staatlichen Regelschule Dermbach waren Familienschicksalen auf der Spur.
Sie fanden unter anderem Frau Inge Schäfer aus Wiesenthal, die ihre Geschichte den Schülern erzählte, wie sie mehrere Wochen von Schleien aus unterwegs war. Susan Schneider berichtete aus ihrem Leben.
Frau Irmgard Rommel fasste den Mut, über ihre Erlebnisse zu berichten. Ihre Familie landete im Spreewald, in Dermbach hatte sie eine Cousine, die sie oft besuchte, weil sie die Rhön sehr schön fand und hier traf sie auch ihren späteren Mann.
Der damalige Bürgermeister von Dermbach musste ca. 1000 Evakuierte aufnehmen, berichtete der Dermbacher Ortschronist Hans-Peter Mötzung. Säle und Gaststätten wurden belegt, die Menschen wurden auf Höfe und Orte ringsum verteilt. Nach Kriegsende kam ein weiterer Transport aus dem Egerland. Viele von ihnen haben sich in der Siedlung niedergelassen.
Ingeborg Ruppert aus Fischbach las vor, wie sie und ihre Schwester die letzten Kriegstage in Kellern in Eisenach erlebten und da kein Zug mehr fuhr, nach Fischbach laufen mussten.
Herr Benedict erzählte von seinem Vater und was diesem nahe an der Grenze zu Polen widerfuhr.
Anna Baumbach las die erschütternde Geschichte ihrer Großmutter vor, die 1946 Pommern verlassen musste.
Zum Ende dieser sehr nachdenklichen Gesprächsrunde trug Frau Reum einige mundartliche Gedichte aus Schlesien vor und ließ diese ruhig ausklingen.