Rückblick im Jahr 2011
Das Meteoritenkolloquium am
08. und 09. Oktober  in Dermbach
 
Rainer Bartoschewitz vom Meteoritenlabor Gifhorn und Herr Karl-Friedrich Abe vom Biosphärenreservat Rhön, Sitz Zella, luden zum zweiten Kolloquium ein.
Grund war der faustgroße Eisenmeteoritenfund im Jahre 1924 am Baier.
Die Gemeinde Dermbach stellte den Schlosssaal zur Verfügung und der Freundeskreis Museum und Bibliothek Dermbach e.V. war für Organisation zuständig und sorgte  für das leibliche Wohl der Kursteilnehmer und deren  Gäste.
Am Sonntag, dem 9. Oktober, wurde am Emberg feierlich die Meteoritentafel enthüllt, die eine große informative Bereicherung darstellt.
Für Wanderer ist der Emberg ein beliebtes Ausflugziel.
Die Mitglieder des Kolloquiums waren von Dermbach und seiner Umgebung sehr angetan.
Vortrag des BUND Thüringen zum
"Grünen Band Europa" am 22.07.2011

Im geschichtsträchtigen Dermbacher Schloss, einst Sitz des Grenzregimentes Florian Geyer , fand anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaues ein Dia - Vortrag mit Herrn Thomas Wey, Projektbetreuer des BUND  in  der Rhön,  am 24. Juli 2011 statt.
Die Besucher konnten sich schon im Vorfeld die Ausstellung und das Prospektmaterial  ansehen. Herr Bürgermeister Thomas Hugk eröffnete den Themenabend und begrüßte Herrn Wey. Er machte auf die Bedeutung des Grünen Bandes aufmerksam und dass dieses Schutz verdient. Auch persönliche Eindrücke von der unmittelbaren Grenznähe, in der wir hier in Dermbach lebten, flossen in seine Betrachtungen ein.
Herr Wey schilderte sehr anschaulich die Arbeit der Naturschützer  vor, während und nach der Grenzöffnung.
Er führte die Zuschauer in einer Reise vom Eismeer bis ans Schwarze Meer. Ausgehend vom grünen Band durch Deutschland hat sich die Idee des grünen Bandes  durch Europa entwickelt.
Es stellt  ein Symbol für die Vereinigung von Ost und West dar und steht für grenzüberschreitenden Naturschutz.
Für den Bestand der Bibliothek Dermbach wurden folgende  Bücher von Reiner Cornelius erworben:

Vom Todesstreifen zur Lebenslinie:
Wartburg Werra Rhön
und
Vom Todesstreifen zur Lebenslinie:
Von der Rhön zum Thüringer Wald
 
Die beiden Bände erschienen im Auwel - Verlag, Niederaula.
Interessenten können diese Bände gerne entleihen oder bestellen.
Die Ausstellung wird  noch bis zum 23. August 2011 im Museum Dermbach  gezeigt.
 
Sommerleseabend am 24.06.2011 im Schosssaal

Der Sommerleseabend sollte im Schlosshofgarten stattfinden, wegen des unbeständigen Wetters fand dann diese Veranstaltung  im Schlosssaal statt. Den Gästen wurde als Einleitung eine Präsentation gezeigt. Die Schriftstellerinnen Beatrix Potter und Eva Strittmatter und ihre Lebensräume wurden darin kurz vorgestellt. Das Leben von der englischen Kinderbuchautorin und Illustratorin Beatrix Potter  wurde gewürdigt.
Frau Reum las Gedichte und die Tagebuchaufzeichnungen von Eva Strittmatter aus Mai in Piestany vor und die Bibliothekarin gab dazu Erläuterungen.
Die Gäste kamen bei einem Gläschen Wein  miteinander ins Gespräch und fanden Interesse an den ausgelegten Büchern und Filmen, die reihum gingen.
 
                                                            
 

Der 34. Museumstag stand unter dem Motto:
 
"Museen, unser Gedächtnis"
 
Der Verein Freundeskreis Museum und Bibliothek Dermbach organisierte eine kleine Ausstellung im Vortragsraum des Museums und Zeitzeugen berichteten vom Kriegsende und dem schweren Neuanfang.
In der Ausstellung waren sehr viele Bücher über Krieg, Flucht und regionalgeschichtliche Literatur aus Schlesien, West- und Ostpreußen, dem Sudetenland und Pommern sowie Informationsmaterial über die Nachkriegszeit anzuschauen.
Betroffene sprachen chronologisch, wie die Flucht aus den verschiedenen Gebieten verlief. Es begann Rosemarie Scheel, die als Kind die Flucht aus Torún (Thorn) an der Weichsel über Dresden, Zwiesel, Ruhla und Gera bis nach Gehaus erlebte. Mit rund 20 Familien waren sie dann im Schloss untergekommen.
Der Vater von Frau Reum führte Tagebuch. Was er erlebte, als die Familie  Niederschlesien verlassen musste, las sie vor.
Schüler der Staatlichen Regelschule Dermbach waren Familienschicksalen auf der Spur.
Sie fanden unter anderem Frau Inge Schäfer aus Wiesenthal, die ihre Geschichte den Schülern erzählte, wie sie mehrere Wochen von Schleien aus unterwegs war. Susan Schneider berichtete aus ihrem Leben.
Frau Irmgard Rommel fasste den Mut, über ihre Erlebnisse zu berichten. Ihre Familie landete im Spreewald, in Dermbach hatte sie eine Cousine, die sie oft besuchte, weil sie die Rhön sehr schön fand und hier traf sie auch ihren späteren Mann.
Der damalige Bürgermeister von Dermbach musste ca. 1000 Evakuierte aufnehmen, berichtete der Dermbacher Ortschronist Hans-Peter Mötzung. Säle und Gaststätten wurden belegt, die Menschen wurden auf Höfe und Orte ringsum verteilt. Nach Kriegsende kam ein weiterer Transport aus dem Egerland. Viele von ihnen haben sich in der Siedlung niedergelassen.
Ingeborg Ruppert aus Fischbach las vor, wie sie und ihre Schwester die letzten Kriegstage in Kellern in Eisenach erlebten und da kein Zug mehr fuhr, nach Fischbach laufen mussten.
Herr Benedict erzählte von seinem Vater und was diesem nahe an der Grenze zu Polen widerfuhr.
Anna Baumbach las die erschütternde Geschichte ihrer Großmutter vor, die 1946 Pommern verlassen musste.
Zum Ende dieser sehr nachdenklichen Gesprächsrunde trug Frau Reum  einige mundartliche Gedichte aus Schlesien vor und ließ diese ruhig ausklingen.

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