Rückblick im Jahr 2005
Kaffee genießen
Das Museum Dermbach präsentierte von Oktober bis Dezember eine neue Sonderausstellung unter dem Thema
 
Kaffeekannen, Geschirr und Zubehör aus längst vergangenen Tagen
 
Auf Anregung aus der Bevölkerung kam die neue Ausstellung zustande. Nach einem Aufruf in der Presse konnten über mehrere Monate schöne alte Porzellankaffeekannen, Kaffeetassen, Milchkännchen, Zuckerdosen sowie Kaffeemühlen, Kaffeeröster und vieles mehr gesammelt werden. 22 Leihgeber bereicherten mit ihren teils großen und kleinen Schätzen die Ausstellung. Vorwiegend Thüringer Porzellan aus der Zeit des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert war in den Vitrinen angeordnet, aber auch Bunzlauer Keramik, Rosenthal - Porzellan und Villeroy und Boch.
Von den Porzellanarten war z. B. Silberporzellan zu sehen, beliebt als Silberhochzeitsgeschirr des 19. und Anfang 20. Jahrhunderts. Eine Besonderheit war auch Porzellan mit einer verchromten Blechhülle, welches etwa 1935 -1940 hergestellt wurde und im Volksmund auch als "Hitlergold" oder bombensicheres Geschirr bezeichnet wurde.
Einen hohen Seltenheitswert hatte die Mamsellkanne, eine sogenannte Figurenkanne aus der Zeit von
1900 - 1910. Sie stellt eine etwas schrullige Dame dar, die sich gegen den Alkohol wehrt und den Kaffee lobt, wie der Spruch beweist:

"Die Tante halte stets in Ehren, tu auf ihr Wohl ein Tässchen leeren"

Ein besonders schöner großer Kaffeekrug aus dem bäuerlichen Bereich fiel ins Auge, der viele Jahre beim Dreschen Verwendung fand.
 
Das Ehepaar Brinkmann, Museumsfreunde aus Mühlheim am Main (Hessen) unterstützten die Ausstellung mit Porzellan, Kaffeemühlen, alten Kaffeemaschinen, Kaffeesäcken und Literatur zum Thema "Kaffee".
Romana Bellinger entwarf für diese Sonderausstellung eine Grafik für die Plakatgestaltung. Für die große Unterstützung beim Aufbau bedanken wir uns herzlich bei den Bauhofmitarbeitern.
 
Zur Einstimmung hielt Herr Dr. Wolfgang Schenk aus Eisenach, derzeit Dozent an der Volkshochschule Wartburgkreis, einen Vortrag

"Geschlürft wird immer - Heiteres und Historisches rund um s Kaffeetrinken"

am Samstag, dem 22. Oktober, 14 Uhr im Museum
Buchlesung  mit Frau Irmgard Gilbert
Samstag, den 5. November, 15.00 Uhr im Museum
 
Konigin wider Willen
Heilige RADEGUNDE - Thüringens letzte Prinzessin

Dieses Buch führte uns weit in die Vergangenheit, ins frühe Mittelalter zurück. Die Geschichte beginnt mit dem Untergang des einstigen thüringischen  Königreichs. Sie ist ein Mix aus historischer Gegebenheit und fiktionaler Erzählung.

Im Jahr 531 überfallen die Franken die Thüringer. Das weit verzweigte Adelsgeschlecht wird hierbei fast völlig ausgelöscht. Nur einigen Mitgliedern des Herrscherhauses gelingt es rechtzeitig zu fliehen.

Spannend erzählt wird die Geschichte der thüringischen Prinzessin Radegunde, die elfjährig als wichtigstes Beutegut an den Hof von König Chlothar I. (Sohn Chlodwigs des Großen) nach Athies nahe Reims verschleppt wird. Als spätere Gattin soll sie sein Pfand auf die Anwartschaft des thüringischen Throns sein.

Wir erleben, wie Ragegunde - ohne Wissen über die geplante Heirat - zur jungen Frau heranwächst. Ihre Intelligenz, ihr Wissensdurst verschaffen ihr Ansehen, der Einsatz für Arme und Kranke hohe Achtung. Sie findet zu ihrem Glauben und sehnt sich nach einem klösterlichen Leben als Nonne. Bis das geschieht, hat sie viele Turbulenzen zu überstehen: Fluchten, Heirat, spätere Trennung von ihrem Ehemann König Chlothar I. und endlich Gründung ihres Klosters in Poitiers. Zwar eine Nonne unter vielen, hält sie doch die Fäden in der Hand.
Australien - Reise
 
Der Maler und Fotograf, Herr Bernd Hoffmeyer, Mitglied in der Künstlergruppe Phönix F, wohnhaft in Bad Salzungen, zeigte in unserer neuen Sonderausstellung gemalte Bilder und Fotografien von seiner 30-tägigen Australien-Reise im Jahr 2002.

Zur Eröffnung am 29. Juli 2005  zeigte er einen Diavortrag sowie Früchte und Korallen.

Das Holzblasinstrument der Ureinwohner, das Didgeridoo, brachte er uns zu Gehör.
Schriftstellerlesung am 3. August im Saal des Dermbacher Schlosses
 
Der Schriftsteller, Herr Drescher, stellte sein historisches Buch Auf der Flucht vor. Einige Episoden handeln hier in Dermbach. Anschließend gab es ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.
Alltagsgeschichte vor 100 Jahren

Mit dieser Sonderausstellung hat sich das Museum bei allen Bürgern recht herzlich bedankt, die durch ihre Schenkungen den Museumsbestand bereichern, aufwerten und den nachfolgenden Generationen die Regionalgeschichte erhalten.
 
 
Das Museum Dermbach präsentierte in dieser Ausstellung vorwiegend Schenkungen von Familien und Einzelpersonen der Region aus den Jahren 1999 bis 2005.
Trachten, Wäsche, Haushaltsgegenstände und bäuerliche Geräte sind oftmals mehr als 100 Jahre alt und lassen uns nachempfinden, wie die Menschen damals gelebt haben.
Ein Blickfang waren sehr gut erhaltene Trachten. Auf einem Foto sah man sogar die Trägerinnen derselben. Eine absolute Seltenheit war der Herrenanzug, getragen zu Hochzeiten, beim Kirchgang oder besonderen Feiertagen. Aus Blaudruckstoff war die Alltagskleidung der ländlichen Bevölkerung gefertigt. Hier konnte man einen sogenannten Hockmantel  sehen, in dem man die Kleinkinder warm einwickeln und tragen konnte. Dazu ein Kinderumhang aus Blaudruckstoff.
Toilettenartikel wie Waschschässel mit Krug, Nachtgeschirr, ja sogar eine Haustoilette mit Deckel, die in Glattbach vorwiegend für Alte und Kranke gebraucht wurde, konnte Beachtung geschenkt werden.
Ein reich besticktes Tischtuch mit Spruch, darauf ein zusammensteckbarer, beschnitzter Brotteller, eine Tasse mit Aufschrift: "Der lieben Mutter" oder ein Kerzenleuchter mit Glocke erregten die Aufmerksamkeit.
Handnähmaschine, verschiedene Nähutensilien, Nähkästchen, Stickmustertuch und Bügeleisen kamen gut zur Geltung.
Zum gusseisernen Küchenherd aus dem 19. Jahrhundert gehörten natürlich auch Backblech, Kuchenformen, Waffeleisen und Bratpfannen.
Originell waren auch drei Lampenschirme; ein kleiner, zierlicher aus Pressglas, eine bemalte Wohnzimmerlampe und eine dunkelgrüne Küchenlampe.
Bäuerliche Arbeitshemden, Getreidesäcke mit Aufdruck, Kötzen, Holzschuhe, Handwagen, Ziegenmilchschleuder und vieles mehr war zu sehen.
Musik und Unterhaltung durften in früheren Zeiten auch nicht zu kurz kommen. Das zeigten ein Akkordeon und noch ein mechanisches  Musikinstrument mit mehr als 20 noch bespielbare Platten aus einem Schmalkalder Haushalt. 

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